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Turmgalerie in Hochheim am Main

1. Bildimpressionen der Vernissage
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2. Presse
Allgemeine Zeitung vom 22.10.2003
Lokales Rhein Main
Zeichnung und Skulptur: Gefühl und Lebensinhalt - Ausstellung Turmgalerie: Werke von Frederik Egold regelrecht ertastet
bms. HOCHHEIM - Wuchtige Köpfe aus grünem, braunem oder weißem Speckstein mit gut tastbaren Augen, Ohren und Mündern zwischen zarten, kleinformatigen Tusche- und Kugelschreiberzeichnungen erwarten den Besucher der Ausstellung "Zeichnung und Skulptur" von Franz Konter und Frederik Egold. Die Ausstellung in der Turmgalerie des Antoniushauses wurde von der Künstlerin Heide Musche- Friedrich aus Wiesbaden eröffnet. Auf unkonventionelle Weise führten sie und Franz Konter die Besucher zur Auseinandersetzung mit den Arbeiten der Künstler: sie zeigten, wie sich die Skulpturen des blinden, schwerstbehinderten Künstlers Egold auch von Sehenden erfühlen und erfahren lassen: durch Abtasten der Formen mit geschlossenen Augen. Anschliessend traten Friedrich und Konter in ein Zwiegespräch über dessen und Egolds Arbeiten und die Ausstellung ein. Die beiden kennen sich seit 1985, damals hatte Konter der Wiesbadenerin seine Zeichnungen vorgelegt und gleichzeitig begeistert über die Plastiken des blinden Künstlers Egold berichtet. "Gucken, was es eigentlich ist, ist die Hauptaufgabe meiner Arbeit," erklärte Konter im Dialog, ihm gehe es darum aufzuzeigen wie Wahrnehmung funktioniere. Seine ausgestellten Zeichnungen bestehen aus zwei Blättern, deren Grenzen gewahrt seien, es ginge ihm um Bestätigung und Orientierung. Ähnlich sei es mit den Plastiken seines Kollegen Egold, "jemandem, der bis zu seinem zehnten Lebensjahr sehen konnte und die Dinge nun aus seiner Vorstellung formt." Mit seiner Zeichensprache wolle er Strukturen aufbrechen, so Konter, dennoch solle die Komposition als solche verstanden werden. Bei den Ausstellungsbesuchern lösten seine nicht gegenständlichen Bilder recht konkrete Assoziationen, wie "zwei Enten" oder "ein Mann mit Endlosärmchen" aus. Der gebürtige Saarländer Konter lebt und arbeitet in Frankfurt am Main und studierte dort an der Universität Freie Bildende Kunst. Seine Arbeiten entwickeln sich aus dem Prozess ihrer Herstellung Sie bewegt sich zwischen gestischer Malweise und abstrakt-gegenständlichen Formen. Einige Zeichnung Konters in der Ausstellung sind nach Skulpturen Frederik Egolds entstanden. Der 1977 geborene Künstler erblindete bereits mit zehn Jahren, die so genannte "Batten disease" führte zu seiner immer noch fortschreitenden Schwerstbehinderung. Mit zwölf Jahren kam er das erste Mal mit dem Material Speckstein in der Bildhauerwerkstatt der Blindenanstalt in Frankfurt in Berührung. Die Arbeit mit dem Material und die dort bestehenden Möglichkeiten, sich handwerkliche Techniken anzueignen führten ihn zur Bildhauerei. Seine künstlerische Arbeit ist für Egold Gefühlsausdruck und Lebensinhalte gleichermassen. Die Ausstellung wurde von Astrid Bierschenk konzeptioniert und organisiert. Sie ist bis zum 16. November von Mittwoch bis Sonntag von 15 bis 18 Uhr in der Turmgalerie des Antoniushauses zu sehen.
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