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Büdinger Bote, 10.3.04, Seite 1
Vernissage am 12. März ,, Kultur in der Kirche" Altenstadt. Die Evangelische Kirchengemeinde Altenstadt-Waldsiedlung, Finkenweg 1, setzt ihre beim Publikum beliebte Ausstellungsreihe fort und lädt herzlich ein zum Besuch der Vernissage "Kunstwerke aus Speckstein" am Freitag, 12. März, 19.30 Uhr. Vornehmlich ist man darum bemüht, Künstlerinnen und Künstlern aus der näheren Umgebung eine Plattform zu bieten, ihr Können zu präsentieren. Der Künstler dieses Abends, Frederik Egold, kommt aus Limeshain. Zur Vernissage am 12. März wird Dr. Ralf Streum, Koordinator für Kunst und Kultur der Lebenshilfe e. V., die Werke aus Speckstein von Frederik Egold vorstellen und über die Arbeit der Lebenshilfe informieren. An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass Frederik Egold blind und und mehrfach behindert ist.
Er zählt trotz seines jugendlichen Alters schon zu den „Professionals” seines Genres. Seine Skulpturen und Plastiken verfügen über eine außergewöhnliche Ausdrucksintensität, sie strahlen Stille und Ruhe aus - und sind doch gleichzeitig von urwüchsiger Kraft, die den Betrachter in ihren Bann zieht. Die Kirchengemeinde möchte mit dieser Ausstellung. die künstlerische Leistung von Frederik Egold würdigen, aber auch die Bemühungen ,der Lebenshilfe e. V. Wetterau nach Integration und Normalisierung von Menschen mit Behinderung anerkennen. Zur Vernissage wird Nils Gassmann seine Gitarre erklingen lassen. Zwei weitere Vorträge in der Evangelischen Kirche Waldsiedlung sind Von Dr. Ralf Streum für Mitte / Ende März geplant.
Der Eintritt ist frei.
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Kreisanzeiger, 17.3.04
Gedanken und Gefühle komplexer als die sprachlichen Möglichkeiten Der schwerstbehinderte Künstler Frederik Egold zeigt seine Werke in evangelischer Kirche
WALDSIEDLUNG (la). Mit dem Material Steatit kam Frederik Egold 1989 erstmals in der Bildhauerwerkstatt der Stiftung Blindenanstalt in Frankfurt in Berührung, nachdem er zuvor bereits spielerisch mit Steinen, Metallteilen und Holz versuchte, „seine Welt” abzubilden. Seine künstlerische Arbeit ist für den 1977 in Hanau geborenen jungen Mann Lebensinhalt. Der an Neuronaler Cereoid Lipofuszinose, einer tödlich verlaufenden Stoffwechselstörung, Erkrankte ist mehrfachschwerstbehindert und blind. Von 1989 bis 2003 arbeitete und lernte Egold in der Bildhauerwerkstatt, ab 1995 ganztägig. Seit 2003 arbeitet er ausschließlich in seinem Limeshainer Atelier. Seine Lehrer, künstlerische Weggefährten und Freunde sind der Maler und Bildhauer Dieter Josef Bauer und der Bildhauer, Maler und Keramiker Wilfried Klaus. Insgesamt zehn Skulpturen aus den Jahren 2001 bis 2004 stellt Egold derzeit in der evangelischen Kirche der Waldsiedlung gemeinsam mit Bildern von Bauer aus. Bär zwölfjährige Nils Gaßmann umrahmte die Ausstellungseröffnung musikalisch mit modernen und klassischen Kompositionen, die er auf der Gitarre spielte. Einleitende Worte zur Vernissage sprach Pfarrer Dr. Alfred König. Zu den ausgestellten Objekten zählen Skulpturen, die unbeeinflusst sind von der Fülle visueller Reize, entstanden aus der individuellen Auseinandersetzung mit Erlebtem und Egolds um Geister, Ritter und Indianer kreisenden Fantasie. Alle seine Skulpturen sind zudem durch seine Blindheit bedingt auch Ausdruck haptischen Erlebens. In seinen Arbeiten kommt seine Liebe zum. Leben und seine Verachtung und Ablehnung der Zerstörung jeglichen Lebens zum Ausdruck. Geradezu besessen sei er davon, alles erhalten und bewahren zu wollen, sagen seine Freunde. Ein Erlebnis mit dem letzten lebenden Aztekenhäuptling Xokomoschtl festigte die tiefe Verbundenheit des Künstlers mit ;,indianischer Lebensweise". Egolds Gedanken und Gefühle sind komplexer, weit¬sichtiger und sensibler, als ihm dies sein Sprachvermögen erlaubt auszudrücken. Die Durchdringungen seiner SteinSkulpturen laden dazu ein, sich durch sie die Hand zu reichen, mit ihnen Klänge zu erzeugen, wie er das selbst zu tun pflegt. Egold nahm bisher an Workshops in Budapest, Frankfurt am Main, Luxemburg und Lyon teil. Er stellte überregional in Frankfurt, Berlin; Paris und regional in Büdingen, Gelnhausen und Nidda aus. Die Ausstellung in der evangelischen Kirche der Waldsiedlung ist bis 17. April immer sonntags ab zehn Uhr zu sehen und nach Vereinbarung. Weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.frederik-art.com und unter: www.frederik-creation.de
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